| Grundlagen Täterarbeit |
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Deliktorientierte Gesprächsführung & Umgang mit Widerständen Versuchen wir in Gesprächen mit Tätern über ihre Taten und deren Folgen zu sprechen, sehen wir uns mit teils massiven Widerständen (Leugnen, Bagatellisieren usw. – mitunter aber auch „Selbsterniedrigungen“, bedingungsloses Zustimmen, Einnehmen der Opferrolle oder demonstratives Aufbäumen) konfrontiert. Darüber hinaus messen Täter, wenn es im Gespräch um die Delikte geht, selbst Kräften der sog. helfenden Berufe eine sanktionierende Bedeutung bei. Aus diesen Gründen verlaufen Kommunikationen mit Tätern zumeist asymmetrisch. Beziehungstestungen dienen (unbewusst oder bewusst) nun dazu, mittels verzerrter Selbst- und Fremdwahrnehmung auf den Interaktionsprozess Einfluss zu nehmen. Ziel dieser oftmals unbewusst ablaufenden Prozesse ist die Aufrechterhaltung des verzerrten Selbstbildes und die Abwehr von Versagensgefühlen. Hier zählt auch die häufig zu beobachtende Schuldzuweisung auf das Opfer seitens des Täters (z. B. „Wenn mein Kind mal hören würde, wäre das nie etwas passiert“). Dies alles sind Gesprächssituationen, die Fachkräfte nicht selten fachlich, aber auch persönlich an Grenzen bringen. Im Seminar werden klassische Widerstände im Umgang mit Tätern betrachtet, Umgangsmöglichkeiten mit diesen Widerständen sowie Methoden der Gesprächsführung anhand von Fallbeispielen vorgestellt. Referentin & IDT-Ansprechpartner: Referenten & IDT-Ansprechpartner: Dabei geht es darum durch Konfrontation, paradoxe Interventionen, der Arbeit mit Symbolen und Inszenierungen den Klienten in einem Gespräch zu erreichen. Ziel ist es, den TeilnehmerInnen durch praktische Übungen mehr Sicherheit im Umgang mit aggressiven Personen zu vermitteln. Dabei wird der Transfer der Methoden in den (sozial-)pädagogischen Alltag der TeilnehmerInnen anhand praktischer Beispiele aufgezeigt. Referent & IDT-Ansprechpartner: Deliktorientiertes Clearing: Anamnese und Interventionsplanung Spektakuläre, medienträchtige Fälle zeigen uns immer wieder, dass wenn – zumeist Journalisten, aber auch justizielle Instanzen – sich auf die Suche nach Verantwortlichen machen, zumeist „irgendwie jeder ein bisschen“, keiner aber alles wusste. Diese Schwachstelle sollte zu Gunsten eines rückfallvermeidenden Arbeitens des Krisen- und Risikomanagements ausgebessert werden. Insbesondere bei Gewalt- und Sexualdelikten ist somit eine sachliche und fachlich fundierte Anamnese im Vorfeld der Interventions- und Hilfeplanung als unerlässlich zu erachten. Hierbei sollten Informationen aus dem Blickwinkel verschiedener Tätigkeitsfelder (Polizei, Justiz, Beratungsstellen, soziale Netzwerke, Fachambulanzen, Psychiatrien usw.) erhoben, zusammengetragen und systematisch dokumentiert werden. Eine fehlende systematische Dokumentation deliktrelevanter Informationen stellt sich auch bei Zuständigkeitswechseln als problematisch und äußerst arbeitsintensiv dar, da in diesen Fällen die gesamte Arbeit erneut geleistet werden muss. Aus diesen Gründen befasst sich das Seminar Buch mit der deliktorientierten Anamnese in Fällen von Gewalt- und Sexualdelikten sowie mit einem systematischen Informationsmanagement und entsprechenden Dokumentationssystem. Des Weiteren werden ebenso ausgewählte, für die Anamnese besonders relevante Phänomene (Brandstiftung, Tierquälerei, Umgang mit neuen Medien usw.) thematisiert wie auch die Bedeutung von (sexuellen) Gewaltfantasien erörtert. Für das Clearing und die Hilfeplanung bedeutsame Täterklassifikationen und Typologien werden anhand von echten Fällen dargelegt. www.verlag-polizeiwissenschaft.de Referentin & IDT-Ansprechpartner: Im Risikomanagement werden alle rückfallrisikosenkenden Interventionen erfasst und beinhaltet Risiko- als auch Schutzfaktoren. Für ein risikoorientiertes Fallmanagement ist ein umfassendes Clearing vor der Interventionsplanung und -umsetzung unerlässlich. Im Workshop wird anhand von Fallbeispielen wissenschaftlich-fundiertes Wissen über kriminogene Risiko- und Schutzfaktoren vermittelt sowie zentrale Aspekte des deliktbezogenen Clearings. Vorgestellt werden im Seminar für die Praxis relevante kriminologische Theorien und Erklärungsmodelle ebenso erörtert wie auch ein wissenschaftlich-fundiertes Rückfallmodell, das eine hervorragende Grundlage zur Erarbeitung von Rückfallvermeidungsplänen und Krisenplänen in Kriminaltherapie und sozialpädagogischer Behandlungsarbeit dienen kann. Referenten: Wie können Täter mit ihrer Schuld leben? Empfinden sie diese überhaupt? Das sind Fragen, die nicht nur die Medien, sondern auch uns selbst beschäftigen, wenn wir uns mit Straftaten konfrontiert sehen. Dies gilt insbesondere für Taten, die sich gegen Kinder richten. Fassungslosigkeit und Wut, aber auch Ohnmacht lösen insbesondere Fälle aus, in denen Täter ihre Taten leugnen, verzerren, bagatellisieren oder gänzlich dazu schweigen. In der Arbeit mit Tätern werden viele Gründe für ein solches Widerstandsverhalten ersichtlich. Die Betrachtung und Auflösung dieser Widerstände ist unerlässlicher Bestandteil einer auf Rückfallvermeidung abzielenden Täterarbeit. Aber ist es überhaupt menschliches Verhalten, das diese Täter zeigen? Können wir die Täter überhaupt Menschen nennen? Welchen Umgang können oder müssen wir gar mit Tätern finden? Diese Fragen führen uns zu einem weiteren Thema des Beitrags: Wiedergutmachung. Definieren wir den Begriff mit ‚Ungeschehen machen‘, so ist jegliche Form der Wiedergutmachung zu verneinen. Wie der Begriff der Wiedergutmachung inhaltlich noch diskutiert werden kann, wird Teil des Beitrags sein. Ebenso wird sich mit den Fragestellungen der Schuld und Scham gefasst. Im Seminar werden Antworten hierauf aus wissenschaftlich-kriminologischer Sicht gegeben, aber auch abgeleitet aus der konkreten Arbeit mit Straftätern. Ebenso werden im Seminar aktuelle kriminalpolitische Entwicklungen und Vorgehensweisen im Kontext der sozialen Kontrolle (z. B. elektronische Fußfesseln, elektronisch überwachter Hausarrest, Registrierungen, interdisziplinäres Fallmanagement) aus kriminologischer Sicht anhand konkreter Fälle mit den Teilnehmenden diskutiert.
Bindungsbasierte Täterarbeit Das Seminar wird als Schwerpunkt für die Arbeit mit Sexualstraftätern oder mit Gewaltstraftätern angeboten. Die Bedeutung des Tathergangs in der Täterarbeit In der direkten Arbeit mit dem Täter kommt der Analyse der motivationalen Zusammenhänge und der Tatdynamik eine besondere Bedeutung zu. Die verhaltensorientierte Beurteilung des Tatgeschehens spielt in der (Behandlungs-)Arbeit mit den Tätern sowohl zur Risikoeinschätzung als auch zur der Hypothesenbildung in Gesprächssituationen mit dem Täter eine entscheidende Rolle. Im Seminar wird auf die Bedeutung einzelner, zeitlich stabiler Handlungsweisen im Rahmen wiederholter Tatbegehung, aber auch die Bewertung von typischen und atypischen Verhaltensmustern bei Ersttätern eingegangen Darüber hinaus werden Themen wie Macht und Kontrolle, die Bedeutung der Fantasie bei der Tatbegehung sowie Paraphilien, unter besonderer Berücksichtigung des Sadismus, erörtert. Referenten: IDT-Ansprechpartner: __________________________ „Immer wenn ich mich schlecht fühlte, suchte ich mir einen kleinen Hund. Ich brachte ihn in den ersten Stock unseres Hauses und warf ihn vom Balkon. Danach fühlte ich mich besser“. Der heute 33 jährige, persönlichkeitsgestörte, forensische Patient berichtet weiter, dass er als Heranwachsender Steine von Autobahnbrücken auf Fahrzeuge warf. Schließlich tötete er seine Freundin, indem er einen schweren Stein auf ihren Kopf fallen ließ. Hätte man das Leben dieser jungen Frau retten können, wenn man – so wie im US amerikanischen Bundesstaat Kalifornien üblich - bereits bei Auftreten der Tierquälereien diesen Patienten einer psychiatrischen Begutachtung zugeführt hätte? Referentin: Ihr IDT-Ansprechpartner: Sollten Sie an einem Inhouse-Angebot zu den Grundlagen deliktbezogener Täterarbeit interessiert sein, zögern Sie bitte nicht, Kontakt mit uns aufzunehmen. |




