Montag, 06. Februar 2012
Grundlagen Täterarbeit PDF Drucken E-Mail

Deliktorientierte Gesprächsführung & Umgang mit Widerständen

Versuchen wir in Gesprächen mit Tätern über ihre Taten und deren Folgen zu sprechen, sehen wir uns mit teils massiven Widerständen (Leugnen, Bagatellisieren usw. – mitunter aber auch „Selbsterniedrigungen“, bedingungsloses Zustimmen, Einnehmen der Opferrolle oder demonstratives Aufbäumen) konfrontiert. Darüber hinaus messen Täter, wenn es im Gespräch um die Delikte geht, selbst Kräften der sog. helfenden Berufe eine sanktionierende Bedeutung bei. Aus diesen Gründen verlaufen Kommunikationen mit Tätern zumeist asymmetrisch. Beziehungstestungen dienen (unbewusst oder bewusst) nun dazu, mittels verzerrter Selbst- und Fremdwahrnehmung auf den Interaktionsprozess Einfluss zu nehmen. Ziel dieser oftmals unbewusst ablaufenden Prozesse ist die Aufrechterhaltung des verzerrten Selbstbildes und die Abwehr von Versagensgefühlen. Hier zählt auch die häufig zu beobachtende Schuldzuweisung auf das Opfer seitens des Täters (z. B. „Wenn mein Kind mal hören würde, wäre das nie etwas passiert“). Dies alles sind Gesprächssituationen, die Fachkräfte nicht selten fachlich, aber auch persönlich an Grenzen bringen. Im Seminar werden klassische Widerstände im Umgang mit Tätern betrachtet, Umgangsmöglichkeiten mit diesen Widerständen sowie Methoden der Gesprächsführung anhand von Fallbeispielen vorgestellt.

Referentin & IDT-Ansprechpartner:
Rita Steffes-enn

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Konfrontative Pädagogik in der Arbeit mit Gewalttätern

Eine konfrontative Pädagogik und deren ritualisierte Grenzziehung wird immer mehr ein Thema zur Gewaltprävention. Konzepte der Grenzziehung und Konfrontation sind jedoch nicht für die netten Nachbarskinder gedacht, sondern zielen auf die Personen ab, die Fachkräften Sorgenfalten ins Gesicht treiben. Die Aggressionen dieser Personengruppe blockiert, verhindert mitunter gar soziales Lernen sowie den Ausbau sozialer Kompetenzen in Fertigkeiten. Den TeilnehmerInnen werden Methoden der Konfrontativen Pädagogik, des Anti-Aggressivitäts-Trainings® und Coolnesstrainings® bekannt gemacht. Die konfrontative Pädagogik greift beispielsweise im Rahmen der Coolness-Trainings® Ursachen, Auslöser und Gelegenheiten für Gewalthandeln innerhalb von Systemen (Schule, Heime etc.) auf. Im Handlungsviereck von Täter, Opfer, Gruppe und sozialer Institution werden Alternativen erarbeitet. Neben diesen handlungsorientierten Angeboten werden auch strukturelle Möglichkeiten der Gewaltprävention vorgestellt und erarbeitet.
Oberstes Ziel in der Konfrontativen Pädagogik ist die Opfervermeidung.

Beiträge im Internet zu Seminaren der IDT-Leitung:

Referenten & IDT-Ansprechpartner:
Markus Brand & Rita Steffes-enn

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Konfrontative Gesprächsführung in der Arbeit mit Gewalttätern

Dabei geht es darum durch Konfrontation, paradoxe Interventionen, der Arbeit mit Symbolen und Inszenierungen den Klienten in einem Gespräch zu erreichen. Ziel ist es, den TeilnehmerInnen durch praktische Übungen mehr Sicherheit im Umgang mit aggressiven Personen zu vermitteln. Dabei wird der Transfer der Methoden in den (sozial-)pädagogischen Alltag der TeilnehmerInnen anhand praktischer Beispiele aufgezeigt.
Die Fortbildung beinhaltet einen starken Praxisbezug und ist deshalb handlungsorientiert aufgebaut, d. h. die Teilnehmer sollen die Bereitschaft mitbringen, die vermittelten Techniken schon während des Seminars zu erproben. Neben der Vermittlung von Methoden werden die Teilnehmer/innen auch in folgenden Grundhaltungen geschult.

Themenschwerpunkte:
- Definition von Gewalt
- Konfrontation und soziale Entwicklung
- Respekt, Aufmerksamkeit und Disziplin
- Entwicklung von Teamgeist
- Etablierung einer Lobkultur
- Bedeutung von Humor in der Gesprächsführung

Referent & IDT-Ansprechpartner:
Markus Brand 

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Deliktorientiertes Clearing: Anamnese und Interventionsplanung

Spektakuläre, medienträchtige Fälle zeigen uns immer wieder, dass wenn – zumeist Journalisten, aber auch justizielle Instanzen – sich auf die Suche nach Verantwortlichen machen, zumeist „irgendwie jeder ein bisschen“, keiner aber alles wusste. Diese Schwachstelle sollte zu Gunsten eines rückfallvermeidenden Arbeitens des Krisen- und Risikomanagements ausgebessert werden. Insbesondere bei Gewalt- und Sexualdelikten ist somit eine sachliche und fachlich fundierte Anamnese im Vorfeld der Interventions- und Hilfeplanung als unerlässlich zu erachten. Hierbei sollten Informationen aus dem Blickwinkel verschiedener Tätigkeitsfelder (Polizei, Justiz, Beratungsstellen, soziale Netzwerke, Fachambulanzen, Psychiatrien usw.) erhoben, zusammengetragen und systematisch dokumentiert werden. Eine fehlende systematische Dokumentation deliktrelevanter Informationen stellt sich auch bei Zuständigkeitswechseln als problematisch und äußerst arbeitsintensiv dar, da in diesen Fällen die gesamte Arbeit erneut geleistet werden muss. Aus diesen Gründen befasst sich das Seminar Buch mit der deliktorientierten Anamnese in Fällen von Gewalt- und Sexualdelikten sowie mit einem systematischen Informationsmanagement und entsprechenden Dokumentationssystem. Des Weiteren werden ebenso ausgewählte, für die Anamnese besonders relevante Phänomene (Brandstiftung, Tierquälerei, Umgang mit neuen Medien usw.) thematisiert wie auch die Bedeutung von (sexuellen) Gewaltfantasien erörtert. Für das Clearing und die Hilfeplanung bedeutsame Täterklassifikationen und Typologien werden anhand von echten Fällen dargelegt.
Das Hauptaugenmerk des Seminars richtet sich somit auf die Täter / Täterinnen, die eingehende Betrachtung ihrer Tat(en) und die diesbezügliche Dokumentation.

Buchempfehlung zum Seminar:
Rita Steffes-enn (Hrsg.): Täter und Taten als Informationsquellen. Anamnese und Fallarbeit


www.amazon.de oder jede andere Buchhandlung

www.verlag-polizeiwissenschaft.de 

Referentin & IDT-Ansprechpartner:
Rita Steffes-enn

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Fall- und Risikomanagement in der Täterarbeit

Im Risikomanagement werden alle rückfallrisikosenkenden Interventionen erfasst und beinhaltet Risiko- als auch Schutzfaktoren. Für ein risikoorientiertes Fallmanagement ist ein umfassendes Clearing vor der Interventionsplanung und -umsetzung unerlässlich. Im Workshop wird anhand von Fallbeispielen wissenschaftlich-fundiertes Wissen über kriminogene Risiko- und Schutzfaktoren vermittelt sowie zentrale Aspekte des deliktbezogenen Clearings. Vorgestellt werden im Seminar für die Praxis relevante kriminologische Theorien und Erklärungsmodelle ebenso erörtert wie auch ein wissenschaftlich-fundiertes Rückfallmodell, das eine hervorragende Grundlage zur Erarbeitung von Rückfallvermeidungsplänen und Krisenplänen in Kriminaltherapie und sozialpädagogischer Behandlungsarbeit dienen kann.
Darüber hinaus werden gängige Täterklassifikationen und Typologien anhand von ausgewählten Fallbeispielen aus der Praxis der Referentin und deren Bedeutung für die praktische Arbeit mit den Seminarteilnehmenden diskutiert.
Das Seminar wird als Schwerpunkt für die Arbeit mit Sexualstraftätern oder mit Gewaltstraftätern angeboten.

Referenten:
Rita Steffes-enn, Prof. Dr. Dr. Rudolf Egg

Ihr IDT-Ansprechpartner:
Rita Steffes-enn 

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Schuld, Scham & Wiedergutmachung!?

Wie können Täter mit ihrer Schuld leben? Empfinden sie diese überhaupt? Das sind Fragen, die nicht nur die Medien, sondern auch uns selbst beschäftigen, wenn wir uns mit Straftaten konfrontiert sehen. Dies gilt insbesondere für Taten, die sich gegen Kinder richten. Fassungslosigkeit und Wut, aber auch Ohnmacht lösen insbesondere Fälle aus, in denen Täter ihre Taten leugnen, verzerren, bagatellisieren oder gänzlich dazu schweigen. In der Arbeit mit Tätern werden viele Gründe für ein solches Widerstandsverhalten ersichtlich. Die Betrachtung und Auflösung dieser Widerstände ist unerlässlicher Bestandteil einer auf Rückfallvermeidung abzielenden Täterarbeit. Aber ist es überhaupt menschliches Verhalten, das diese Täter zeigen? Können wir die Täter überhaupt Menschen nennen? Welchen Umgang können oder müssen wir gar mit Tätern finden? Diese Fragen führen uns zu einem weiteren Thema des Beitrags: Wiedergutmachung. Definieren wir den Begriff mit ‚Ungeschehen machen‘, so ist jegliche Form der Wiedergutmachung zu verneinen. Wie der Begriff der Wiedergutmachung inhaltlich noch diskutiert werden kann, wird Teil des Beitrags sein. Ebenso wird sich mit den Fragestellungen der Schuld und Scham gefasst. Im Seminar werden Antworten hierauf aus wissenschaftlich-kriminologischer Sicht gegeben, aber auch abgeleitet aus der konkreten Arbeit mit Straftätern. Ebenso werden im Seminar aktuelle kriminalpolitische Entwicklungen und Vorgehensweisen im Kontext der sozialen Kontrolle (z. B. elektronische Fußfesseln, elektronisch überwachter Hausarrest, Registrierungen, interdisziplinäres Fallmanagement) aus kriminologischer Sicht anhand konkreter Fälle mit den Teilnehmenden diskutiert.

Exemplarische Veranstaltung:
Podiumsdiskussion beim
Traumanetz Sachsen im Deutschen Hygiene-Museum Dresden unter Beteiligung von:
- Anja Wille (Opfervertreterin)
- Geert Mackenroth (MdL Sachsen, Landesvorsitzender des Weißen Rings Sachsen)
- Rita Steffes-enn (Täterarbeit)
- Martina de Maiziére (Moderation)

Ein interessanter Fachbeitrag zum Seminar:
Rita Steffes-enn (2012): Schuld und Wiedergutmachung. Überlegungen zum Umgang mit haftentlassenen Sexualtätern am Beispiel von Karl D. und der Suche nach Alternativen.
In: Polizei & Wissenschaft 01/2012, S. 69-79

Referentin & IDT-Ansprechpartner:
Rita Steffes-enn


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Bindungsbasierte Täterarbeit

Das Seminar wird als Schwerpunkt für die Arbeit mit Sexualstraftätern oder mit Gewaltstraftätern angeboten.

Referentin & IDT-Ansprechpartner:
Rita Steffes-enn

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Die Bedeutung des Tathergangs in der Täterarbeit

In der direkten Arbeit mit dem Täter kommt der Analyse der motivationalen Zusammenhänge und der Tatdynamik eine besondere Bedeutung zu. Die verhaltensorientierte Beurteilung des Tatgeschehens spielt in der (Behandlungs-)Arbeit mit den Tätern sowohl zur Risikoeinschätzung als auch zur der Hypothesenbildung in Gesprächssituationen mit dem Täter eine entscheidende Rolle. Im Seminar wird auf die Bedeutung einzelner, zeitlich stabiler Handlungsweisen im Rahmen wiederholter Tatbegehung, aber auch die Bewertung von typischen und atypischen Verhaltensmustern bei Ersttätern eingegangen Darüber hinaus werden Themen wie Macht und Kontrolle, die Bedeutung der Fantasie bei der Tatbegehung sowie Paraphilien, unter besonderer Berücksichtigung des Sadismus, erörtert.
Den Teilnehmern/-innen wird im Seminar Basiswissen zur tiefergehenden Betrachtung der "Sprache des Delikts" vermittelt.

Referenten:
Helga Ihm, Mathias Dirks, Rita Steffes-enn

IDT-Ansprechpartner:
Rita Steffes-enn

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Die Bedeutung der Tierquälerei für die Täterarbeit

„Immer wenn ich mich schlecht fühlte, suchte ich mir einen kleinen Hund. Ich brachte ihn in den ersten Stock unseres Hauses und warf ihn vom Balkon. Danach fühlte ich mich besser“. Der heute 33 jährige, persönlichkeitsgestörte, forensische Patient berichtet weiter, dass er als Heranwachsender Steine von Autobahnbrücken auf Fahrzeuge warf. Schließlich tötete er seine Freundin, indem er einen schweren Stein auf ihren Kopf fallen ließ. Hätte man das Leben dieser jungen Frau retten können, wenn man – so wie im US amerikanischen Bundesstaat Kalifornien üblich - bereits bei Auftreten der Tierquälereien diesen Patienten einer psychiatrischen Begutachtung zugeführt hätte?
Seit den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts weist die kriminologische Forschung immer wieder auf einen Zusammenhang zwischen Tierquälerei und Gewaltdelinquenz hin. Inzwischen gehen moderne, amerikanische Autoren (Ascione, 2005) so weit, Tierquälerei bei Kindern und Jugendlichen als einen „person at risk factor“ zu bezeichnen. Im Wesentlichen kann man bei Kindern und Heranwachsenden drei Gruppen von „Tätern“ unterscheidet:
- Tierquäler aus Neugier (meist Kleinkindesalter),
- Tierquäler aufgrund mangelnder erzieherischer Autorität der Eltern (v. a. im Kindesalter) und
- Tierquäler mit psychopathologischer Veranlagung (v. a. im Jugendalter).
Für die forensisch-psychologische und entwicklungspsychologische Forschung sind letztere interessant. Es gibt zahlreiche Hinweise aus der Literatur, dass Gewaltkriminelle mit hohem Rückfallrisiko sowie forensische Patienten mit schweren Störungsbildern eine hohe Varianz der gewalttätigen Delikte zeigen, welche sowohl Objekte (Sachbeschädigung, Diebstahl), also auch Tiere (vernachlässigen, misshandeln, töten) und Menschen (Körperverletzungs-, Missbrauchs- und Tötungsdelikte) einbeziehen. Bekannt sind teilweise robuste Kovariationen zwischen den verschiedenen gewaltgeprägten Deliktformen, ein Hinweis, dass diese mit einem ähnlichen Merkmalssetting assoziiert sind (SHOAL G.D. & GIANCOLA, P.R., 2003; Caspi et al, 1997; Rosenthal et al, 1992; Luengo et al, 1994;). In Bezug auf die Prädiktivität der Tierquälerei für spätere Gewaltdelinquenz werden zwei Hypothesen diskutiert:
- Die „Violence Graduation“ (LEVIN & FOX, 1985; FELTHOUS & KELLERT 1987) nimmt einen kontinuierlichen Prozess an, in dem es zu unterschiedlichen kriminellen Handlungen kommt. In diesem Fall würde Tierquälerei eine Etappe in der gewaltkriminellen Karriere darstellen.
- Die Deviance Generalization (DEMBO, 1992; ASCIONE, 1998) sieht Tierquälerei als ein überdauerndes Kriterium im Devianzprofil, welches gleichberechtigt zu anderen steht und somit ein eigenständiges Störungsbild darstellt. Für die psychologische Praxis bedeutet dies, dass bei Patienten mit genereller Gewaltneigung zwar unterschiedliche Aggressionsziele (menschliche nichtmenschliche und Objekte) ausgemacht werden könne, das zu Grunde liegende (gewalttätige) Handlungsmuster jedoch ähnlich verläuft. Es verhält sich umso stabiler, je ausgeprägter die pathologischen Konstellationen und je bedeutender der Handlungserfolg war.
Im Seminar werden die beiden Ansätze in Bezug auf ihre forensisch-psychologische Fundierung diskutiert. Des Weiteren werden die wichtigsten Befunde derzeit im deutschsprachigen Raum laufender Forschungsprojekte dargestellt.

Referentin:
Dr. Alexandra Stupperich

Ihr IDT-Ansprechpartner:
Rita Steffes-enn

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Sollten Sie an einem Inhouse-Angebot zu den Grundlagen deliktbezogener Täterarbeit interessiert sein, zögern Sie bitte nicht, Kontakt mit uns aufzunehmen.
Ihre IDT-Ansprechpartner: Markus Brand & Rita Steffes-enn

 
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